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Usbekistan: Kultur- und Bildungspolitik

05.03.2019 - Artikel

Im Zusammenhang mit den unter Präsident Mirziyoyev eingeleiteten politischen und wirtschaftlichen Reformen misst die usbekische Regierung auch dem Kulturbereich und dabei insbesondere Bildung und Wissenschaft eine wichtige Rolle bei. In der Sprachpolitik und im Bereich der Künste ist die Stärkung der nationalen Identität ein wichtiges Ziel.

Kultur

Die Kulturpolitik steht weiterhin im Zeichen der Usbekisierung und damit traditioneller usbekischer Kunstformen. Russisch ist immer noch wichtige Verkehrssprache, seine Bedeutung nimmt jedoch auch in Taschkent langsam zugunsten des Usbekischen ab. Wichtigste weitere Fremdsprachen sind Englisch und (mit einigem Abstand) Deutsch und Französisch. Dennoch zählt Usbekistan zu den Ländern, in denen das Erlernen der deutschen Sprache hohes Ansehen genießt.
Kulturelle Aktivitäten, auch ausländischer Organisationen, unterliegen der Genehmigung durch usbekische Behörden.

Bildung

Im Sommer 2017 wurde mit großer Eile eine Bildungsreform verabschiedet, mit der man das 1997 eingeführte System einer zwölfjährigen verpflichtenden Schulausbildung - neun Jahre Mittelschule und anschließender dreijähriger College- oder Lyzeumsbesuch - abschaffte und nun nur noch elf Jahre Schulbildung - verbracht entweder durchgängig an einer Schule oder die letzten zwei Jahre an einem Lyzeum - verpflichtend sind. In den Schulen soll in den höheren Klassen an einem Tag pro Woche bereits eine berufliche Ausbildung vermittelt werden, so dass die Schüler nach Abschluss der 11. Klasse auch einen für den Arbeitsmarkt qualifizierenden ersten Beruf vorweisen können sollen. Nach der 11. Klasse kann aber auch auf ein Berufscollege gewechselt werden oder ein Universitätsstudium, evtl. mit Vorbereitungsjahr, begonnen werden. Studienplätze stehen bislang nur für etwa 8-10% eines Jahrgangs zur Verfügung. Bachelorabschlüsse werden in der Regel nach drei bis vier Jahren, Magisterabschlüsse nach zwei weiteren Studienjahren erworben.

Seit 2013 sollen Schüler bereits ab der ersten Klasse eine Fremdsprache (zusätzlich zu Russisch) lernen, wobei vor allem dem Erlernen des Englischen als erster Fremdsprache besondere Bedeutung beigemessen wird.

Trotz vieler Schulneubauten und Investitionen hält das Schulsystem noch nicht mit der wachsenden Bevölkerung Schritt, insbesondere wegen der nicht ausreichenden Zahl qualifizierter Lehrkräfte sowie fehlender Lehrmaterialien und IT-Ausstattung. Auch ist der Bildungssektor nicht frei von Korruption.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Chor-Minor-Madrasa in Buxoro
Chor-Minor-Madrasa in Buxoro © picture alliance/prisma

Deutsche Botschaft Taschkent

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